IE_LogoMit der Veröffentlichung vom Internet Explorer 8 hat Microsoft weitere Browser-Standards in seinen Browser integriert. Jetzt versucht Microsoft mit allen Mittel den Abwärtstrend des Internet Explorers zu stoppen und einige Fakten über den IE 8 auf seiner Webseite veröffentlicht. Microsoft vergleicht sich hier mit dem Mozilla Firefox sowie Chrome aus dem Hause Google. Allerdings stimmen alle Fakten nicht.

Mit der Tabelle beschönigt Microsoft meiner Meinung die Realität. Erst in den Kommentaren dazu wird klar, dass auch die anderen beiden Browser Sicherheitsfeatures haben. „Internet Explorer 8 takes the cake with better phishing and malware protection, as well as protection from emerging threats.“ (deutsch: Microsoft hat den bessern Schutz vor Phishing und Malware, Schutz vor neu auftretenden Bedrohungen.) Sowohl Google Chrome als auch der Firefox haben „Safe Browsing“ von Google integriert. Die Anwender werden vor gefährlichen Seiten gewarnt. Außerdem gibt es Warnhinweise wenn die Verschlüsselung nicht gegeben ist.

Auch bei der Privatsphäre meint Microsoft, dass der Internet Explorer allein auf weiter Front wäre. Laut Mircosoft kommt der IE durch seinen InPrivate Modus und InPrivate Filterung zum Sieg. Dass Google Chrome den Incognito Modus hat wird nicht beachtet. Mit der Veröffentlichung vom Firefox 3.5 hat auch der Mozilla Browser ein solches Feature.

Ähnlich ist die Nutzerfreundlichkeit. Nur der IE ist leicht zu nutzen. Der Firefox macht Vorschläge wenn man etwas in die Adressleiste eingibt, auch bei der Adresszeile von Google Chrome – der so genannten Omnibox – werden Vorschläge aus dem Verlauf und weitere Suchbegriffe gemacht.

Selbst beim Hauptkritikpunkt am IE – der Beachtung von Webstandards ist Microsoft laut sich selbst Vorne. Hier wird zum ersten Mal aber akzeptiert, dass auch der Firefox und Chrome Webstandards unterstützen. Dennoch stellt sich Microsoft selbst besser da: Der Internet Explorer besteht mehr CSS 2.1 Tests vom W3C. Inzwischen hat Microsoft den Text geändert und schreibt: Firefox und Chrome haben mehr Unterstützung für sich entwickelnde Standards wie HTML5 und CSS 3.

Bereits der nächste Punkt ist erneut falsch. So hat einzig und alleine der Internet Explorer ohne ein Plugin Tools für Entwickler hat. Was die „Developer Tools“ bei Chrome sind, weiß Microsoft anscheinend nicht. Damit lässt sich jede Webseite bearbeiten und die Änderungen werden sofort sichtbar.

Microsoft: „Der Internet Explorer ist am zuverlässigsten.“ Dann nur er hat Tabs in einzelnen Prozessen sowie eine Wiederherstellung, wenn ein Tab abstürzt. Beim Firefox laufen alle Tabs in einem Prozess und er hat eine Wiederherstellung bei Tabs. Google Chrome bietet zwar keine ausdrücklich als Wiederherstellung bezeichnete „Wiederherstellung für Tabs“ an, aber auf der „Neuer Tab“-Seite gibt es die letzten drei geschlossenen Tabs. Diese werden dann wiederhergestellt. Das ganze lässt sich bis zu neunmal wiederholen. Auch läuft jeder Tabs als eigenständiger Prozess und bietet so mehr Stabilität.

„Zwar gibt es eine Unmenge an Addons für den Firefox, doch viele dieser Anpassungen, die man für den Firefox herunterladen kann, sind schon ein Teil vom Internet Explorer 8“, heißt es auf der Seite von Microsoft. Ich sehe in den Addons für den Firefox eigentlich ausschließlich Vorteile für den Nutzer des Browsers. Er kann sich dann den Firefox genau so einrichten wie er es möchte und wird nicht „überflüssigen“ Funktionen gestört. Auch bei Chrome gibt es Erweiterungen. Das System ist noch in der Entwicklung. Auch Themes gibt es sowohl für den Firefox als auch Chrome.

Lediglich die beiden letzten Punkte: Manageability und Performance sind in der Tabelle richtig dargestellt.

Windows Internet Explorer 8- Get the facts

Auch Lifehacker.com hat über die Vergleichstabelle berichtet: Microsoft-Browser Vergleichstabelle beleidigt jeden, der je für einen anderen Browser. Auch einige Firefox-Fans haben reagiert, zum Beispiel hier.